Erbschaftssteuer

 

Beschreibung

Nach dem Tode eines Menschen geht dessen Vermögen - der sogenannte Nachlass oder die Erbschaft - vom Erblasser auf die Erben über. Dieser Vermögensübergang von Todes wegen unterliegt, wie auch sonstige unentgeltliche Eigentums- und Vermögensübertragungen (z.B. Schenkungen unter Lebenden und sog. Zweckzuwendungen), der Erbschafts- und Schenkungssteuer.

Als Erwerb von Todes wegen gilt insbesondere der Erwerb durch Erbanfall auf Grund gesetzlicher, testamentarischer und vertraglicher Erbfolge, der Erwerb durch Vermächtnis oder auf Grund eines geltend gemachten Pflichtteilanspruchs, selbst auch Abfindungen für den Verzicht auf einen Pflichtteilanspruch, aber auch der Erwerb auf Grund eines Vertrages, den der Erblasser zugunsten seines Ehegatten oder sonstiger Personen für die Übertragung von Versicherungsansprüchen oder Sparguthabenforderungen geschlossen hat.

Besteuert wird der Erwerb des einzelnen Empfängers, nicht das Nachlassvermögen des Erblassers als Ganzes. Bei mehreren Erben hat jeder den ihm zustehenden Bruchteil - seine Erbquote- zu versteuern. Ein Bankgeheimnis gibt es bei der Erbschaftssteuer nicht. Alle, die sich geschäftsmäßig mit der Verwahrung oder Verwaltung fremder Vermögen befassen, also neben den Banken auch die Versicherungen, sind verpflichtet, innerhalb eines Monats nach Bekanntwerden des Todesfalles dem Finanzamt Auskunft über die Höhe der von ihnen verwalteten Vermögenswerte des Verstorbenen zu geben.

Erbschein

Jeder, der über die Vermögenswerte eines Verstorbenen verfügen will, benötigt dazu einen amtlichen Erbschein. Der Erbschein weist die darin bezeichnete Person bzw. die darin bezeichneten Personen als Erbe/Erben aus.

Der Erbschein ist ein amtliches Zeugnis, in dem bekundet wird, wer Erbe ist und welchen Verfügungsbeschränkungen der Erbe unterliegt. Mit dem Erbschein wird es dem Erben ermöglicht, über die Erbschaft zu verfügen.

Der Erbschein muss vom Erben beim Nachlassgericht beantragt werden. Zuständig ist das Amtsgericht, in dem der Verstorbene seinen Wohnsitz hatte. Antragsberechtigt sind insbesondere der Erbe oder jeder Miterbe, ferner der Testamentsvollstrecker oder der Nachlaßverwalter.

Bei gesetzlicher Erbfolge (wenn also keine Verfügung von Todes wegen vorliegt), hat der Antragsteller anzugeben,
- die Zeit des Todes des Erblassers (original Sterbeurkunde),
- das Verhältnis, auf dem sein Erbrecht beruht (Familienstammbuch),
- ob und welche Personen vorhanden sind oder vorhanden waren, durch die er von der Erbfolge ausgeschlossen oder sein Erbteil gemindert werden würde,
- ob und welche Verfügungen des Erblassers von Todes wegen vorhanden sind,
- ob ein Rechtsstreit über sein Erbrecht anhängig ist.


Bei gewillkürter Erbfolge (wenn also ein Testament oder ein Erbvertrag vorliegt) hat der Antragsteller
- die Verfügung zu bezeichnen, auf der sein Erbrecht beruht, und anzugeben,
- ob und welche sonstigen Verfügungen des Erblassers von Todes wegen vorhanden sind,
- die Zeit des Todes des Erblassers und
- ob ein Rechtsstreit über sein Erbrecht anhängig ist.

Die Gebühr für die Erstellung eines Erbscheins wird in Abhängigkeit des Nachlasswertes ermittelt.

Steuerklassen Nach den persönlichen Verhältnissen des Erben zum Verstorbenen werden die folgenden Steuerklassen unterschieden:

Steuerklasse I

1. Der Ehegatte,
2. die Kinder und Stiefkinder,
3. die Abkömmlinge der in Nummer 2 genannten Kinder und Stiefkinder,
4. die Eltern und Voreltern bei Erwerben von Todes wegen.

Steuerklasse II

1. Die Eltern und Voreltern, soweit sie nicht zur Steuerklasse I gehören,
2. die Geschwister,
3. die Abkömmlinge ersten Grades von Geschwistern,
4. die Stiefeltern,
5. die Schwiegerkinder,
6. die Schwiegereltern,
7. der geschiedene Ehegatte

Steuerklasse III

Alle übrigen Erwerber und die Zweckzuwendungen

Freibeträge
Ehegatten

500 000 Euro

Kinder
sowie Enkelkinder, die anstelle eines verstorbenen Kindes erben

400 000 Euro

Enkelkinder

200 000 Euro

Übrige Personen der Steuerklasse I

100 000 Euro

Personen der Steuerklasse II und III

20 000 Euro

zusätzlicher Versorgungsbeitrag
- für Ehegatten

256 000 Euro

- für Kinder je nach Alter

10 300 bis 52 000 Euro

Hausrat (Steuerklasse I)

41 000 Euro

Andere bewegliche Gegenstände
(Steuerklasse I)

12 000 Euro

Hausrat und bewegliche Gegenstände
(Steuerklasse II und III)

12 000 Euro

Kosten für Beerdigung, Grabdenkmal und Grabpflege, Kosten einer Testamentseröffnung, eines Erbscheins u. ä. können ohne Nachweis mit einem Pauschbetrag von 10.300 Euro abgezogen werden. Höhere Kosten sind dann abzugsfähig, wenn sie nachgewiesen werden.

Steuersätze

Nachlasswert

Steuerklasse I

Steuerklasse II

Steuerklasse III

bis 75 000 Euro

7 %

15 %

30 %

300 000 Euro

11 %

20 %

30 %

600 000 Euro

15 %

25 %

30 %

6 000 000 Euro

19 %

30 %

30 %

13 000 000 Euro

23 %

35 %

50 %

26 000 000 Euro

27 %

40 %

50 %

über 26 000 000 Euro

30 %

43 %

50 %

Das Bundesjustizministerium hat zum Thema Erben und Verarben
eine Broschüre herausgebracht, die hier heruntergeladen werden kann!

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