Testament

Streitigkeiten über ein Erbe haben schon manche Familienbeziehung zerstört, und Freundschaften sind daran zerbrochen. Streit um Ihr Erbe können Sie Ihren Erben jedoch ersparen, wenn Sie sich rechtzeitig über das Erben und das Vererben informieren und schon zu Lebzeiten Vorsorge für den Todesfall treffen. Nach dem deutschen Erbrecht erben grundsätzlich nur Verwandte, also Personen, die gemeinsame Vorfahren haben. Nicht in diesem Sinne verwandt, und daher von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen, sind Verschwägerte, Stiefvater, Stieftochter, angeheiratete Familienangehörige usw., denn mit diesen hatte die verstorbene Person keine gemeinsamen Vorfahren. 
In vielen Fällen sind die gesetzlichen Regelungen unzureichend bekannt oder man hat einfach noch nicht mit einem solchen "Ernstfall" gerechnet. Oder hätten Sie gewusst, dass Ihr Ehepartner aufgrund der gesetzlich vorgegebenen Erbfolge regelmäßig nicht mehr als 3/4 des Nachlasses erben kann, solange beispielsweise noch ein Neffe von Ihnen lebt?

Das Bundesjustizministerium hat die Regelungen des Erbrechts anschaulich in einer Broschüre aktuell zusammengefasst. Diese kann als PDF-Datei hier heruntergeladen werden (Umfang 33 Seiten). Falls Sie den Acrobat-Reader zum Lesen dieser Datei benötigen, können Sie ihn zunächst herunterladen (9,6 MB).

Überall dort, wo größere Vermögenswerte wie z. B. Familienbetriebe, Grundstücke, Häuser usw. zu vererben sind, oder auch bei mehreren Ehen, wo die Verwandtschaftsverhältnisse sehr viel komplizierter werden, ist es dringend zu empfehlen, gemeinsam mit einem Notar das Erbe durch ein Testament zu regeln.

Das Testament ist eine vom Erblasser getroffene einseitige, im allgemeinen jederzeit frei widerrufliche Verfügung über seinen Nachlass. Es kann entweder unter Angabe von Ort und Datum eigenhändig geschrieben und unterschrieben (privatschriftlich) oder durch Erklärung des letzten Willens vor einem Notar errichtet werden (öffentliches Testament). Für Ehegatten lässt das Gesetz es zu, dass beide Ehegatten in einer einheitlichen Urkunde ein gemeinsames Testament niederlegen. Im sogenannten Berliner Testament setzen sich die Ehegatten gegenseitig als Erben ein und bestimmen gleichzeitig, dass nach dem Tod des Längerlebenden der beiderseitige Nachlass an einen oder mehrere Dritte, in der Regel die Kinder, fallen soll. Dadurch wird aber das Pflichtteilsrecht der Kinder nicht ausgenommen!

Daneben gibt es die Möglichkeit, durch Vermächtnisse oder Auflagen gezielt einzelnen auch außenstehenden Personen einen bestimmten Teil des Vermögens zu hinterlassen. Dies sollte mit einem Notar im Detail besprochen und schriftlich festgehalten werden. So ist auch gewährleistet, dass das Testament ordnungsgemäß eröffnet wird und nicht nachträglich gefälscht werden kann.

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